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Notaufnahme.

Im Warteraum sitzt eine alte Frau, die trotz warmem Juniwetter eine blaue Strickmütze trägt. Sie lacht hyänenartig über die Witze einer Sozialarbeiterin, während sie immer wieder in die Tasche greift, die am rechten Griff ihres Rollators hängt, und Schlucke aus einer Flasche Mariacron nimmt. Während ein junger Mann auf einer Trage vorbeigeschoben wird, erzählt sie vom Zweiten Weltkrieg und von Toten, die auf den Straßen lagen. „Du lallst, Gertrud“, sagt die Sozialarbeiterin, und fügt hinzu: „Ist gut jetzt“, was Gertrud mit einem weiteren hyänenartigen Lachen quittiert.

In einem Snackautomat bleibt ein Riegel Toblerone stecken.

Eine Frau, circa 60 Jahre alt, führt einen leichenblassen Mann mit lockigem blondem Haar am Arm in den Warteraum. Der Mann stöhnt. Er geht langsam, mit zitternden Schritten, stützt sich auf die Frau, klammert sich an ihrem Arm fest. „Langsam, langsam“, sagt die Frau und streichelt seinen Rücken. Die Augen des Mannes sind hinter einer großen Sonnenbrille mit tiefschwarzen Gläsern verborgen, das Gesicht ist weiß wie eine Wand. „Hör auf“, flüstert er, seine Stimme klingt erstickt, aber die Frau streichelt weiter seinen Rücken und hilft ihm, sich auf einen Stuhl zu setzen. Er legt das Gesicht in die Hände und schaukelt vor und zurück, vor und zurück, vor und zurück. Die Frau streichelt seinen Rücken und er sagt: „Wie lange noch?“ Und die Frau sagt: „Lang.“

Eine Schiebetür öffnet sich, im Halbdunkel ein langer Gang, der links und rechts von Betten gesäumt wird. In den Betten sitzen Menschen oder liegen mit dem Gesicht zur Wand.
Eine hagere Frau Mitte 60 schreit: „Wo sind meine Pillen? Sie haben gesagt, ich bekomme Schmerztabletten. Es kann doch echt nicht sein. Es kann nicht sein!“ Und der Mann, der im Bett neben ihr sitzt, sagt: „Ich will ne Kippe.“

Ein Mann, schätzungsweise Mitte 90 und ein halblebendiges Skelett, mit getrocknetem Blut im Gesicht, röchelt und hebt die Arme: „Mach, dass es etwas leichter wird, mach, dass es etwas leichter wird.“

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